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Vorstellung und das Thema "BARF"

Zunächst vorab: Es wird hier zwangsläufig viel um das Thema Barf gehen, da ich es selbst anwende. Es soll jedoch nicht hauptsächlich um diese Ernährungsform gehen und belehren möchte ich erst Recht niemanden. Es gibt dazu wie bei allem Vor- und Nachteile und diese möchte ich beleuchten und ebenso auf andere Ernährungsformen eingehen und euch mit Rat und Tat zur Seite stehen.


Wir sind Wina, 28 und Nero aus Gießen. Nero wird im Juli zwei Jahre alt und lebt seit April 2019 bei mir. Er ist ein Straßenhund aus Ungarn und ich habe ihn über die Organisation www.fellengel-in-not.de adoptiert.

Bevor Nero eingezogen ist habe ich mich natürlich damit beschäftigt was ich alles an Ausstattung brauche, im Einzelnen wird dazu auch nochmal ein Beitrag kommen. Die Frage die dann relativ schnell aufkommt ist: welches Futter sollte ich füttern? Wenn man zum Beantworten dieser Frage den Heimtierladen seines Vertraunes aufsucht ist man schnell überfordert. Trocken, Nass, Halbfeucht, Senior, Junior, Pudel, Schäferhund...mittlerweile gibt es für alle Rassen, Altersgruppen und Krankheiten das vermeintlich passende Futter. Der Trend aktuell: überall steht Barf drauf, überall steht Getreidefrei drauf und alle ist natürlich ohne Zusatzstoffe.


Ob das denn alles so Sinn macht, habe ich mich dann relativ schnell gefragt und mich in das Thema durch diverse Fachliteratur eingelesen. Im Einzelnen werde ich das dann in meinem Blog in verschiedenen Artikeln genauer beleuchten damit hoffentlich niemand mehr verwirrt vor den Regalen stehen muss um sich zu fragen was denn jetzt das Richtige ist. Um meine Kompetenz in diese Richtung zu verstärken, habe ich nun vor 6 Wochen eine 10-monatige Ausbildung zur Hunde-Ernährungsberaterin angefangen, vor allem auch um mich noch detaillierter mit den anderen Ernährungsformen auseinandersetzen zu können.


Von Barf hat mittlerweile fast jeder schonmal gehört, auch die Nicht-Hundebesitzer. Doch was ist Barf eigentlich?

Wenn man den Begriff googelt kommt man sehr schnell auf die Erklärung, das diese Futtermethode die Ernährungsform des Wolfes versucht zu imitieren, da der Hund ja nichts anderes ist als ein Wolf. Doch ist das wirklich so?

Geprägt wurde der Begriff zunächst 1993 von einem australischen Tierarzt, Ian Billinghurst, der erste kleinere Krankheiten bei seinen Patienten festgestellt hat, die sich auf das Futter zurückführen lassen.

Aus "Bones and Raw Food" machte Billinghurst später noch "Biologically appropriate raw food", was streng genommen nur biologisch geeignetes oder angemessenes Rohfutter bedeutet.

Durch Swanie Simon und ihre Publikation von 2000 wird der Begriff dann übersetzt mit "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter".


Runter gebrochen geht es beim Barfen also um die Rohfütterung aus frischem oder tiefgekühltem Fleisch, Innereien, rohen fleischigen Knochen und Fisch. Ergänzend dazu gibt es Obst und Gemüse. Dazu kommen noch diverse Nahrungsmittelergänzungen, wenige davon sind notwendig, viele gibt es mittlerweile zu kaufen.


Ich möchte den direkten Vergleich zum Wolf gar nicht so hervorheben. Unser Haushund ist kein Wolf mehr und nach aktuellen Schätzungen fand die Domestizierung etwa 15.000-100.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung statt. In dieser Zeit kann sich natürlich einiges verändern, vor allem weil Hunde lange Zeit nicht artgerecht ernährt wurden und viele von Abfällen und trockenem Brot gelebt haben. Fleisch war viele Jahrhunderte lang ein wertvolles Lebensmittel was nicht dem damals emotional unwichtigen Haushund zugeteilt wurde. Geändert wurde das erst in den 1890er Jahren, mit der Entwicklung des ersten Trockenfutters für Hunde, das erste Dosenfutter war dann in Deutschland 1960 auf dem Markt.

Diese Historie hat dafür gesorgt, dass man aktuell davon ausgeht, dass Hunde Stärke, wie sie z.B. in Getreide und Kartoffeln zu finden ist 5x besser verwerten können als Wölfe. Jetzt fragt sich vermutlich jeder: also ist mein Futter vielleicht doch gar nicht so gut, nur weil getreidefrei drauf steht?


Diese Fragen kann man, meiner Meinung nach, nicht verallgemeinernd beantworten und es kommt sehr auf den individuellen Hund an, nicht nur Alter, Rasse und Krankheiten spielen eine Rolle, sondern z.B. auch der Aktivitätsgrad, ob der Hund jagdlich geführt wird oder vielleicht sogar ein Polizeihund ist.


Ich füttere Nero als nun Barf, nicht weil ich der Meinung bin ich habe einen Wolf zuhause, sondern weil ich denke auch für meinen Hund und meinen Lebensstil ist das die geeignetste Futterform, ich kann sehr individuell das Futter zusammenstellen und auch bei kurzzeitigen Veränderungen schnell reagieren. Aber nur weil ich Barf für die beste Ernährungsform halte, bedeutet das nicht, dass alles andere schlecht ist.


Ich hoffe ich konnte euch hier einen ersten Einblick zeigen und hoffe ihr schaut regelmäßig mal vorbei um euch die neuen Artikel durchzulesen. Jeden Mittwoch und Samstag wird zu einem Thema ein neuer Blogbeitrag erstellt werden.


Bei Fragen natürlich immer gerne melden. :)


Liebe Grüße

Wina und Nero


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