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Mantrailing

Mantrailing (engl. man - Mensch und trail - verfolgen) ist die Personensuche in Zusammenarbeit mit eurem Vierbeiner. Beruflich werden ausgebildete Hunde z.B. bei der Polizei oder der Rettungshundestaffel eingesetzt, dabei kann ein gut ausgebildeter Hund mehrere Kilometer lange Spuren verfolgen und sogar Spuren die teilweise älter als 24 Stunden sind.


Dabei unterscheidet der Hund während der Suche auch verschiedene menschliche Gerüche und orientiert sich ausschließlich an dem Geruch der gesuchten Person mit Hilfe eines Geruchsträgers zu Beginn der Suche.


Geeignet sind im Prinzip alle Hunde, besonders natürlich die, die genetisch schon besser ausgestattet sind, aber da wir das ja nicht "professionell" betreiben soll es in erster Linie Spaß bringen. Und damit könnt ihr auch beginnen, solange euer Hund Spaß an der Suche hat.

Wie geht das und was brauche ich?


Ihr braucht:

- ein gut sitzendes Brustgeschirr

- Schleppleine

- eine Duftprobe

- eine zusätzliche Person

- tolle Belohnung


Die Duftprobe mit dem Individualgeruch wird dem Hund zu Beginn des Trails gezeigt. Wir machen das so, dass die Duftprobe (z.B. das Shirt von meinem Freund) in einer Plastiktüte ist. Wenn er sich versteckt öffnet er die Tüte zu Beginn und legt sie auf dem Boden ab, von dort an beginnt die Spur, der Nero folgen soll. Das alles findet ausserhalb unserer Sichtweite statt, das heißt entweder eine andere Strecke laufen oder der Hund wartet im Auto.


Der Individualgeruch ist mit einem Fingerabdruck vergleichbar und setzt sich zusammen aus:

- Hautzellen

- Ausscheidungen des Verdauungs- und Atemtrakts

- Wasser das wir über Haut, Atem und Schleimhäute verlieren

- Stoffwechselprodukte

- individuell wird der Geruch auch durch die eigenen Lebensumstände und die Nahrung


Nero und ich steuern dann auf die Tüte zu, 2-3m vorher schicke ich ihn ins Sitz und lege ihm sein Halstuch an, das haben wir als Ritual etabliert damit er weiß, dass es jetzt ums Suchen geht, hier sind auch andere Rituale möglich, z.B. eine Weste oder das Umstecken der Leine. Wichtig ist nur, dass das Ritual ausschließlich in dieser Situation verwendet wird.


Nun wird er mit "Riech" zur Tüte geschickt, nach einem kurzen Schnüffeln bekommt er das "Search" und läuft schließlich los. Die Tüte bleibt liegen. Wir nehmen hier übrigens "Search" weil wir "Such" im Alltag bereits verwenden.


Hunde können räumlich riechen, d.h. sie können die Duftsignale in Ihren beiden Nasenlöchern getrennt bewerten und können so einen Geruch lokalisieren, wie z.B. Menschen auch feststellen können aus welcher Richtung Musik kommt.


Hat Nero dann die gesuchte Person gefunden wird großzügig belohnt! Wir haben hier immer eine kleine Tupperdose z.B. mit Babybrei und Banane dabei. Beliebt ist auch Katzennassfutter oder Obst mit Hüttenkäse.


Am Anfang startet man mit Längen von ca. 10-15m. Wenn der Grundaufbau sitzt, kann die Länge erhöht werden und auch die Schwierigkeit (in alten Gebäuden, mit zusätzlichen Personen auf der Route zur Ablenkung, alte Spuren).


Denkt dran, der Spaß soll im Vordergrund stehen und gerade am Anfang solltet ihr dem Hund nicht zu viel abverlangen, das Suchen ist sehr anstrengend, daher auch im Anschluss frisches Wasser zur Verfügung stellen.


Wir finden das Mantrailing ist eine tolle Auslastung und fördert das Mensch-Hund-Team, bringt aber unruhigen Hunden auch konzentriertes Arbeiten bei. Auch für unsichere, ängstliche Hunde ist es toll geeignet, weil man am Anfang in einer Umgebung arbeiten kann die für den Hund nicht gruselig ist und er entspannt einer Aufgabe nachgehen kann.


Viel Spaß und liebe Grüße

Wina und Nero


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