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Entspannte Hundebegegnungen

Vorab: Ich bin kein Hundetrainer! Ich schildere hier unsere Methoden und unseren Alltag, das hat keineswegs Allgemeingültigkeit und kann bei eurem Hund auch der falsche Weg sein oder nicht zu euch passen. Im Zweifelsfall sucht euch professionelle Hilfe.

Ich glaube das Thema Hundebegegnungen ist das Thema bei dem die meisten Hundehalter Probleme haben. Je nach Rasse, Alter und Charakter der Hunde ist das Problem mehr oder weniger ausgeprägt und hat verschiedene Gründe (Stress, Anspannung durch Erwartungen, Aggressionen). Bei uns gab es als Nero jung war, also vor der Pubertät, überhaupt gar keine Probleme. Er war mit jedem Hund total unkompliziert und auch an der Leine konnte man ihn gut an allem vorbeiführen.


Wir haben zu Beginn definitiv den Fehler gemacht, dass Nero Leinenkontakt hatte und auch generell viel zu anderen Hunden durfte, ich wollte ihm Sicherheit geben und ihm zeigen, dass die Welt nicht böse ist. Leider baut das natürlich eine gewisse Erwartungshaltung auf. Wenn ich es anders machen könnte, würde ich definitiv von Tag 1 Kontakt an der Leine komplett unterbinden.


Jetzt ist das Kind aber in den Brunnen gefallen.


Wenn Nero von anderen Hunden angepöbelt wird hat er interessanterweise oft kein Problem und läuft ruhig weiter. Was ihn definitiv stört ist, wenn andere Hunde ihn anstarren und in der Leine hängen.


Als Basis ist es also auch hier notwendig die Körpersprache zu lesen (z.B. eine wedelnde Rute ist nicht zwangsläufig freundlich), die von meinem Hund und von dem anderen Hund. Dann kann ich mich auf eine Situation einstellen und eingreifen bevor es "eskaliert". Leider sehen andere Hundehalter das aber auch anders und viele wild bellende Hunde werden kaum bis gar nicht korrigiert. So sieht dann wohl Resignation aus.


Wie gehen wir die Sache also an?

  • Ruhe bewahren (leichter gesagt als getan, aber versucht es)

  • Nicht schreien

  • Hundebegegnungen wiederholen, wiederholen, wiederholen

Mir fällt es unglaublich schwer ruhig zu bleiben, weil ich mich schnell über mich selber ärgere. Was mir geholfen hat ist jede Hundebegegnung in meinem Kopf als neue Trainingsmöglichkeit zu sehen. Im Idealfall kennt ihr viele Leute mit Hunden und könnt auch mit denen trainieren.


Ich bin bei Nero an die Sache rangegangen indem ich Abstand genommen habe. Er hat definitiv ein Problem mit der Individualdistanz bei fremden Hunden und auch teilweise bei Menschen.


Individualdistanz (oder Individualabstand) ist ein Begriff aus derVerhaltensbiologie. Man versteht darunter diejenige Entfernung zu Individuen der gleichenArt, die noch ohne Ausweich- oder Angriffsreaktion geduldet wird.


Wir sind also am Anfang, sehr simpel: weggegangen. Wenn der Weg zu schmal war sind wir umgedreht und haben Abstand vergrößert.

Ihr könnt z.B. bewusst bei eurem Spaziergang drauf achten wo ihr lauft, im Wald sind die Wege beispielsweise relativ schmal, auf Feldwegen ist meistens mehr Platz und man kann im Notfall auch mal einen Schritt ins Feld machen.


Aus der Entfernung haben wir dann die anderen Hunde beobachtet: Schauen wird belohnt, Schauen zu mir wird auch belohnt. So kann man den Abstand immer weiter verringern. Achtet bei eurem Hund drauf, was funktioniert und was nicht. Gebt euch Zeit und wenn es 200m Abstand sind mit denen ihr beginnt. Wenn ihr Rückschritte macht vergrößert die Distanz wieder.


Was ich auch nur empfehlen kann, auch von Beginn an, sind Trainingsspaziergänge. Spaziert mit anderen Hundehaltern auf Distanz (auch hier ist es ok wenn 100m zwischen euch sind). So lernt euer Hund, dass es auch andere Hunde gibt, er aber weiter sein Ding machen kann und sich nicht bedroht fühlen brauch und die Anwesenheit von anderen Hunden auch nicht immer Party bedeutet.


Wo findet man Menschen für Trainingsspaziergänge? Auch leichter gesagt als getan, habe ich festgestellt. Fragt in eurer Hundeschule nach, wenn euch ein Hund-Mensch-Team sympathisch ist. Ich kann nur empfehlen, dass man sich nette Leute sucht, denn mit Fremden stundenlang alleine durch einen Wald zu spazieren kann sonst schnell unangenehm werden und ihr sollt euch ja auch wohlfühlen. Sprecht Menschen mit Hunden einfach mal an, wenn ihr unterwegs seid. Wenn euch das zu direkt ist, schaut bei Facebook in Hundegruppen für eure Stadt oder bei Instagram nach getaggten Bildern von Hunden in eurer Umgebung.


Kommentiert gerne, falls ihr noch Fragen habt. Sonst bin ich natürlich wie immer bei Instagram oder per Mail erreichbar.

Liebe Grüße

Wina und Nero


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