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Die 7 häufigsten Fehler beim Barfen

Wie in meinem ersten Artikel schon erwähnt gibt es leider keine einheitliche Definition von Barf.

Ich werde in meinem Blog bei "Biologisch Angemessenes Rohes Futter" bleiben.

Hier also mal ein erster Überblick, da ich in letzter Zeit häufig die Frage gestellt bekommen habe: Was ist Barf überhaupt? Was muss ich denn da tun?

Man muss auf jeden Fall keine Angst davor haben, es gibt wie bei allem ein paar Regeln zu beachten um grundsätzliche Fehler zu vermeiden. Da natürliche unsere Hunde nicht wie Wahl haben sich ihr Futter selber auszusuchen, sind wir dafür verantwortlich unserem Hund alles zu bieten was er braucht.


1. Eine zu schnelle Futterumstellung


Du hast dich über alles informiert, dein Plan liegt eigentlich parat und jetzt fragst du dich wie du eigentlich anfängst? Du kennst deinen Hund am besten! Hat er Probleme mit seinem Magen und Darm? Reagiert er empfindlich bei Stress? Ist dein Hund alt oder krank?

Wichtig ist hier erstmal zu schauen was dein Hund auf jeden Fall mag und auf jeden Fall verträgt, wenn du das nicht genau weißt, kannst du damit beginnen zusätzlich zu deinem bisherigen Futter einzelne Komponenten anzubieten, das sollte aber aufgrund der ans Essen angepassten Speichelproduktion ausserhalb der gewohnten Mahlzeiten passieren.

Nero habe ich als jungen/ gesunden Hund, der keine Essprobleme gezeigt hat im Sinne von mäkeligem Fressen oder Schlingen von einem auf den anderen Tag umgestellt mit einem Fastentag dazwischen. das ist aber natürlich individuell.


Wenn du nun also festgestellt hast welches Fleisch und welches Obst und Gemüse dein Hund gut annimmt, kannst du beginnen komplette Mahlzeiten zu ersetzen, d.h. z.B. morgens die Hälfte der täglichen Barf Ration und abends die Hälfte der bisherigen Nahrungsration.


2. Du kennst die konkreten Bedarfswerte deines Hundes nicht


Damit du bei deinem Hund keine Mangelerscheinungen oder Überversorgungen verursachst, solltest du genau wissen, wovon er wie viel braucht. Das dauert natürlich einige Zeit alle diese Punkte zu ermitteln und auszurechnen, alternativ kannst du dich an mich wenden und ich berechne dir auf Wunsch den Erhaltungsbedarf.


Als grobe Richtlinie können diverse Barf Rechner im Internet dienen, aber du solltest du zahlen auf jeden Fall nochmal prüfen. Hat man die Bedarfswerte einmal ermittelt ist es wirklich unkompliziert.


Folgende Faktoren sind unbedingt zu beachten:

- das Verhältnis von Muskelfleisch, RFK, Innereien, Fett und Kohlenhydraten

- die fettlöslichen VItamine A, D, E und K

- ungesättigte Fettsäuren

- den Jodbedarf


3. Planlos drauflos füttern


Wie schon gesagt ist es am Anfang natürlich erstmal mehr Arbeit, du musst die Bedarfswerte ermitteln und einen Plan erstellen. Der Plan ist zum einen unerlässlich weil er natürlich auch als Tagebuch dient und du im Falle einer Unverträglichkeit genau weißt wann dein Hund was gefressen hat. Des Weiteren solltest du nicht zu viele Sachen ausprobieren, du erkennst nicht ob dein Hund Rind mag und verträgt wenn du zeitgleich noch Strauß und Ziege fütterst.


Später kannst du mehrere Sorten hinzufügen, du solltest aber bei 3-5 verschiedenen Tieren bleiben und dir für den Fall eine Unverträglichkeit z.B. Ziege, Lamm und Pferd aufheben, auch um eine Ausschlussdiät durchführen zu können. Diese funktioniert nur exakt, wenn dein Hund diese Tierarten noch nie gefressen hat.


Alle vier Wochen solltest du mal drüber nachdenken ob dein Plan so in Ordnung ist, hat dein Hund vermehrt Durchfälle oder schlechtes Fell oder was anderes kommt dir problematisch vor?


4. Innereien


Ich muss gestehen, für mich als Vegetarier war die Vorstellung Innereien zu schneiden nicht besonders schön. Aber man gewöhnt sich dran. Vor allem die TK Innereienmixe sind super portionierbar ohne dass die Küche aussieht wie ein Schlachtfeld.


Innereien waren früher bei Menschen ebenfalls sehr beliebt und häufig nur den starken Kriegern vorbehalten und dienten häufig zur Durchführung diverser Rituale.


Oft werden die Innereien leider erstmal vergessen wenn über Barfen nachgedacht wird, das ist aber sehr gefährlich, denn so entsteht schnell ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen.


Ebenso solltest du Innereien von verschiedenen Tierarten füttern, da unterschiedliche Tierarten verschiedene Vitamine und Mineralstoffe haben.


Die optimale Aufteilung ist hier:

- 40% Leber

- 15% Niere

- 15% Milz

- 15% Lunge

- 15% Herz


Das Herz ist im Grunde keine Innerei sondern ein Muskel, wird aber aufgrund der Nährstoffe

zu den Innereien gezählt, da ich es nicht wie Muskelfleisch füttern kann.


5. Zu wenig Fett


Das Thema Fett kommt uns als Mensch erstmal schwierig vor. Lernen wir doch jeden Tag, dass Fett der Teufel ist und alles wird uns immer nur fettreduziert angeboten und wenn wir einen Burger essen sollen wir wegen dem ganzen Fett direkt ein schlechtes Gewissen haben.


So einfach ist es jedoch leider nicht, Fett ist ein wichtiger Bestandteil unsere Nahrung und für deinen Hund sogar essentiell. Hunde können ihre Energie am Besten aus dem Fettanteil ihrer Nahrung ziehen. Natürlich ist auch hier der gesamte Hund zu betrachten, denn es gilt trotzdem zu viel Fett macht fett.


Als Richtwert sollte der Fettgehalt im Muskelanteil bei ca. 15% liegen.


6. Falsche Knochen


Die Knochen beim Barfen sind nicht bloß Knochen, sondern immer Knochen mit einem Fleischanteil dran. Knochen enhalten viel Calcium und dieses benötigen wiederum die Knochen von unserem Hund, keine Knochen zu füttern kommt also nicht in Frage, sei denn du kompensierst den Anteil z.B. durch Knochenmehl.


Ausserdem wird dein Hund nicht von Tag 1 Knochen verdauen können, vor allem wenn lange Jahre Trockenfutter gefüttert wurde, ist die Magensäure deines Vierbeiners einfach eingeschlafen.


Am Anfang beginnt man als mit weichen und gewolften Knochen, z.B. Hühner- und Putenhälse. Nach ein paar Wochen füttert man dann auch härtere Knochen wie z.B. Ziegenrippen.


Wenn du deinem Hund den Knochen auch am Stück geben möchtest, solltest du ihm zunächst begreiflich machen, dass er Kauen muss und nicht schlingen darf. Das geht relativ simpel indem du den Knochen mit einer Zange festhälst und deinen Hund abbeißen lässt.


AUF GAR KEINEN FALL GEKOCHTE KNOCHEN!

Wichtigster Punkt ist, dass die Knochen weder gegrillt, gekocht, gebraten oder in der Mikrowelle erhitzt sind. Diese Vorgänge verändern die Beschaffenheit und der Knochen kann splittern, dass kann für deinen Hund schnell lebensgefährlich werden.


7. Anteil an Obst und Gemüse


Der Anteil an Obst und Gemüse sollte in deiner Barf Portion nicht fehlen. Ingesamt sollte der Anteil bei ca. 20% liegen. Der Darm wird durch den Rohfaseranteil angeregt und kann besser verdauen. Als Energielieferant dient Obst und Gemüse jedoch nicht, da Hunde schlecht Energie aus pflanzlichen Bestandteilen ziehen können. Obst und Gemüse ist aber wertvoll für die Verwertung der anderen Futterkomponenten. Um die Verdauung zu vereinfachen sollten die Pflanzenfasern immer aufgespalten werden, am einfachsten also: alles Pürieren.


Schluss


Wenn du deinen Hund umstellen möchtest auf Barfen wird dir vermutlich vieles begegnen was dich verunsichert. Du musst nichts von dem hier genannten auf vier Nachkommastellen ausrechnen aber wichtige Komponenten dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wie so oft ist der Mittelweg der richtige, wir selber wiegen unsere Mahlzeiten auch nicht jeden Tag ab um alle Vitamine aufzunehmen.


Wichtig ist, dass alle wichtigen Nährstoffe auf einen Monat gerechnet zusammenkommen.


Wenn ihr Fragen zum Barfen an sich, der Umstellung oder zu anderen Ernährungsbereichen habt, schreibt mir einfach.


Liebe Grüße

Wina und Nero


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